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Experimente zum Bewusstsein
Zeitliche Verzögerung des Bewusstseins
Experimente von Benjamin
Libet zeigten, dass das Bewusstsein eines Ereignisses um eine
halbe Sekunde verzögert ist. Nach Libets Theorie wird jedoch der
Zeitpunkt des Erlebnisses vom Gehirn rückdatiert, sodass es so
erscheint, als ob das Ereignis gleichzeitig erlebt worden wäre.
Seine Theorie wies er experimentell nach.[5]
Auch Handlungsabsichten werden 350 ms
vor dem Bewusstwerden der Handlungsabsicht unbewusst
eingeleitet.[6] Kritiker jedoch vertreten die Position, dass die
zu treffende Entscheidung in der Experimentalanordnung bereits vor
ihrer Ausführung getroffen wurde, da die Probanden über den
Testablauf unterrichtet waren. Die so zeitverzögerte Wahrnehmung des
Gehirns lässt sich durch ein Entladen eines bereits vorhandenen
Entscheidungspotentials erklären.
Unterschied zwischen bewussten und
unbewussten Gehirnaktivitäten[Bearbeiten]
Libets Experimente zeigten, dass ein
wichtiger Unterschied zwischen bewussten und unbewussten Erlebnissen
die Dauer der Gehirnaktivitäten ist. Bei diesen Experimenten wurden
den Versuchspersonen Reize auf die aufsteigende sensorische Bahn
im Thalamus gegeben. Die Versuchspersonen sahen zwei
Lampen, die jeweils eine Sekunde lang abwechselnd leuchteten. Die
Versuchspersonen sollten sagen, welche der beiden Lampen leuchtete,
als der Reiz verabreicht wurde. Wenn der Reiz kürzer als eine halbe
Sekunde andauerte, nahmen sie den Reiz nicht bewusst wahr.[7] Die
Versuchspersonen wurden jedoch gebeten, auch wenn sie keinen Reiz
bewusst wahrnahmen, zu raten, welche Lampe leuchtete, während der
Reiz verabreicht wurde. Dabei zeigte sich, dass die Versuchspersonen,
auch wenn sie den Reiz nicht bewusst wahrnahmen, sehr viel häufiger
als die Zufallswahrscheinlichkeit (50 Prozent) richtig rieten. Wenn
der Reiz 150 bis 260 Millisekunden anhielt, rieten die
Versuchspersonen in 75 Prozent der Fälle richtig.[8] Damit die
Versuchsperson den Reiz bewusst wahrnahm, musste der Reiz 500
Millisekunden andauern.
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