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Bewusstsein in den
Religionen[Bearbeiten]
Im Christentum spielen die
Begriffe „Geist“ und „Seele“ traditionell eine größere
Rolle als der Begriff „Bewusstsein“. Dies ergibt sich auch
daraus, dass erstere Begriffe in ihrer Bedeutung näher an der
Metaphysik klassischer christlicher Fundamentaltheologie und
Philosophie sind: Sie legen nämlich die Existenz eines
nichtmateriellen Trägers von Bewusstseinszuständen nahe. Dennoch
spielt der Begriff des Bewusstseins auch in modernen christlichen
Debatten eine Rolle. Dies geschieht etwa im Kontext von
Gottesbeweisen. So wird argumentiert, dass die Interaktion zwischen
immateriellen Bewusstseinszuständen und dem materiellen Körper nur
durch Gott erklärbar sei oder dass die interne Struktur
und Ordnung des Bewusstseins im Sinne des teleologischen
Gottesbeweises auf die Existenz Gottes schließen lasse.
Verschiedene buddhistische Traditionen
und die hinduistischen Yoga-Schulen haben dagegen gemeinsam,
dass in ihnen die direkte und ganzheitliche Erfahrung des
Bewusstseins selbst im Mittelpunkt steht. Mit Hilfe
der Meditation oder anderer Übungstechniken werden
bestimmte Bewusstseinszustände erfahren, indem die
personalen und sozialen Identifikationen abgebaut werden. Eine
besondere Unterscheidung wird hier zur Bewusstheit getroffen, die ein
volles Gewahrsein (awareness) des momentanen Denkens und Fühlens
bedeutet. Sie soll erreicht werden durch die Übung der Achtsamkeit.
Einsichten in die „Natur“ des Bewusstseins sollen so über die
eigene Erfahrung gewonnen werden, die über einen rein reflektierten
und beschreibenden Zugang hinausgeht. Das Konzept der Trennung in
Körper und Geist oder Gehirn und Bewusstsein wird als eine
Konstruktion des Denkens erfahren. Generell wollen
alle mystisch-esoterischen Richtungen in
den Religionen (z.B. Gnostizismus, Kabbala, Sufismus,
u.a.) eine Bewusstseinsveränderung des Menschen bewirken.
Tatsächlich zeigen „neurotheologische“ Forschungen mit
bildgebenden Verfahren, dass durch die Meditation sonst unzugängliche
neuronale Verknüpfungsmuster ermöglicht werden.
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